Tuttlingen: 19-Jähriger nach Mordversuch an Kindern in U-Haft

BW Breaking News 2.11.2026 · 13:31
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Am frühen Montagmorgen (02.11.2026) wurde ein 19-Jähriger im Landkreis Tuttlingen festgenommen. Er soll ein Online-Sadisten-Netzwerk gegründet haben.

Ermittlungen gegen Internet-Sadisten-Netzwerk

Das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichtete Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg und das Polizeipräsidium Konstanz, Kriminalpolizeidirektion Rottweil, haben gemeinsam einen 19-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus dem Landkreis Tuttlingen ermittelt. Er steht im Verdacht, Gründer und Mitglied einer im Internet aktiven Sadisten-Community (sogenanntes COM-Netzwerk) zu sein.

Festnahme und Tatvorwürfe

Dem Beschuldigten werden unter anderem versuchter Mord in zwei Fällen, gefährliche Körperverletzung, rädelsführerschaftliche Gründung einer kriminellen Vereinigung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung als Rädelsführer vorgeworfen. Auf Grundlage eines vom Cybercrime-Zentrum erwirkten Haftbefehls wurde der Heranwachsende am frühen Montagmorgen durch Spezialeinsatzkräfte der Polizei festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft.

Vorgehen der Gruppierung

Es besteht der Verdacht, dass der Beschuldigte das Online-Sadisten-Netzwerk gegründet hat und dort bis zuletzt aktiv war. Die Mitglieder stehen im Verdacht, im Internet gezielt Kinder und Jugendliche zu kontaktieren, die aus Sicht der Gruppierung willens sind, sich selbst zu schädigen. Durch Zwang, Täuschung oder Drohung, jedenfalls aber unter Ausnutzung des Zustandes der Opfer, sollen diese zu selbstverletzenden Handlungen bis hin zum Suizid oder zur Übersendung von Nacktbildern veranlasst werden.

Die Opfer sollen dazu bewogen werden, sich das Leben zu nehmen oder sich mit Messern oder Rasierklingen Symboliken der Gruppierung sowie den Nutzernamen des jeweiligen Mitglieds in die Haut zu ritzen. Zudem sollen sie animiert werden, diese Symboliken und Nutzernamen mit ihrem austretenden Blut an eine Wand zu schreiben (sogenannte Wall- oder Bloodsigns). Die Opfer werden darüber hinaus dazu genötigt, den Suizid, ihre Verletzungen und die Wallsigns per Live-Stream oder als Videoaufnahme an ihren Peiniger zu übermitteln.

Konkrete Fälle und Sicherstellung von Beweismitteln

Dem Tatverdächtigen wird vorgeworfen, gemeinsam mit weiteren Beteiligten unter Nutzung von Streamingdiensten auf ein Kind sowie auf eine Jugendliche mit dem Ziel eingewirkt zu haben, die Opfer in den Suizid zu treiben. Dabei kam es auf Opferseite bereits zu konkret lebensbedrohlichen Handlungen. Die Geschädigte hält sich im Ausland auf; das Kind wurde bislang nicht identifiziert.

Dem Beschuldigten liegt zudem zur Last, in drei Fällen Mädchen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren zu selbstverletzenden Handlungen getrieben sowie ein 13-jähriges Mädchen aus Deutschland zur Übersendung eigener Nacktaufnahmen veranlasst zu haben.

Zeitgleich zur Festnahme wurden insgesamt fünf Objekte durchsucht. Beim Beschuldigten konnten elektronische Beweismittel sichergestellt werden, die derzeit ausgewertet werden.

Das Cybercrime-Zentrum kündigte an, die Ermittlungen gegen Mitglieder von Internet-Sadistengruppen aus der COM-Szene konsequent fortzusetzen, um dem Phänomen nachhaltig entgegenzutreten. Allen Beteiligten müsse klar sein, dass sie im Fokus der Ermittlungsbehörden stehen und damit rechnen müssen, für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Quelle der Meldung: Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg und Polizeipräsidium Konstanz

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  Redaktion       2 November, 2026 13:31