Am Donnerstag (22.10.2026) verhaftete die Hamburger Polizei einen 18-Jährigen, der eine 14-Jährige in den USA via Discord zur Selbsttötung gedrängt haben soll.
Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg verhafteten LKA-Einsatzkräfte am 22.10.2026 einen nicht vorbestraften 18-jährigen Deutschen und durchsuchten seine Hamburger Wohnadresse. Gegen den zur Tatzeit 17-Jährigen besteht dringender Tatverdacht des Mordes sowie der gefährlichen Körperverletzung, jeweils in mittelbarer Täterschaft.
Zwischen September und Oktober 2026 soll er über den Dienst „Discord“ auf eine psychisch labile 14-jährige US-Amerikanerin aus Indiana eingewirkt haben. Aufforderungsgemäß fügte sie sich massive Schnittverletzungen zu, schrieb mit ihrem Blut sein Internetpseudonym „Kaz“ sowie den Namen der Gruppe „NMK“ an Wände und erhängte sich am 02.10.2026 in ihrem Zimmer. Vom Opfer verlangte er Videoaufnahmen, denen sie bei Schnittverletzungen und Beschriftungen nachkam. Ob die Strangulation aufgezeichnet wurde, wird ermittelt. Nach ihrem Tod versuchte er erfolglos, Aufnahmen der vermutlich von ihm gesteuerten Selbsttötung zu erlangen, indem er ihrem Umfeld mit der Veröffentlichung von Daten und kompromittierenden Aufnahmen drohte. Es besteht zudem dringender Tatverdacht wegen versuchter Nötigung sowie Besitzes jugendpornografischer Inhalte.
Der Beschuldigte wollte sich mutmaßlich als Mitglied der Gruppierung „NMK“ (Nefarious Maniac Kult) profilieren oder Zugang erlangen. „NMK“ orientiert sich am „COM-Netzwerk“ (wie die Gruppe „764“ aus dem White-Tiger-Verfahren), wo verletzliche Opfer emotional abhängig gemacht werden, um dies strafrechtlich auszunutzen.
Auslöser waren FBI-Erkenntnisse und Mitteilungen des National Center for Missing and Exploited Children vom 15. und 16.10.2026. Ein Verfahren der Jugendhauptabteilung wegen versuchter Nötigung wird verbunden. Die Ermittlungen dauern an; bis zum Abschluss gilt die Unschuldsvermutung.
Präventionshinweise
Eltern und Bezugspersonen sollten Online-Aktivitäten, Beziehungen und Plattformen im Blick behalten, wertfrei sprechen und technische Möglichkeiten nutzen (klicksafe.de: https://www.klicksafe.de/jugendschutzprogramme). Online-Kontakte zu Unbekannten bergen Risiken. Warnzeichen für Netzwerkeinfluss sind: uneinsehbare Apps (Discord, Telegram), neue Netzfreunde (Vernarrtheit/Angst), unbeaufsichtigte Internetzeit im Zimmer, anonyme Geschenke (Gegenstände, Geld, Spielwährung, virtuelle Güter), Rückzug, Launischheit, Nervosität, schlechtere Noten, Interesse an extremen Botschaften (Verschwörungserzählungen, Anti-Regierungs-Rhetorik, Propaganda), mit Blut oder scheinbarem Blut geschriebene Zeichen, verletzte oder verdächtig sterbende Tiere sowie Hautbedeckung bei Schnitt-, Ritz- oder Stichwunden. Einzeln unbedeutend, können diese Anzeichen in der Gesamtheit auf Gefahren hindeuten. Bei Notfällen gilt Notruf 110.
Quelle der Meldung: Generalstaatsanwaltschaft Hamburg und Polizei Hamburg
