Am vergangenen Wochenende (17.10.–18.10.2026) führten die Feuerwehren Gangelt und Selfkant eine Realbrandausbildung unter Extrembedingungen durch.
Die Schulung junger Feuerwehrkräfte zu Atemschutzgeräteträgern besitzt bei der Feuerwehr Gangelt einen hohen Stellenwert. Da eine herkömmliche Übung die Hitze und die Belastung für den Körper jedoch nicht simulieren kann, führten die Feuerwehren der Gemeinden Gangelt und Selfkant am Wochenende eine Realbrandausbildung durch. Auf diese Weise müssen die neuen Einsatzkräfte diese Erfahrungen nicht erst bei einem tatsächlichen Brandeinsatz sammeln. Initiator Heiko Dreßen konnte hierfür in diesem Jahr gemeinsam mit dem Unternehmen Feuercon aus Erkrath eine rund 60 Quadratmeter große, feststoffbefeuerte mobile Übungsanlage aufbauen, die auf dem Bauhof der Gemeinde Gangelt errichtet wurde.
Ablauf der Übungsmodule
Zu Beginn starteten die Beteiligten in einem der Container bei entspannten Zimmertemperaturen. Ausgerüstet mit schwerem Atemschutz beobachteten die Teilnehmenden, wie in dem Raum ein Holzstapel entzündet wurde. Im weiteren Verlauf verfolgten sie, wie sich das Feuer immer weiter entwickelte und größer wurde. Nachdem der Rauch im Raum sämtliche brennbaren Gegenstände entzündet hatte, führten die Ausbilder den Teilnehmenden vor, wie sich eine Rauchgasdurchzündung verhält und wie diese bekämpft werden kann. Mehrmals kam es dabei zu sogenannten Rollovern, bei denen Flammenzungen über die Köpfe der Teilnehmenden hinwegzogen. Die erzeugten Temperaturen entsprachen den Bedingungen bei einem tatsächlichen Zimmerbrand.
Das zweite Modul umfasste eine Belastungsübung. Unter schwerem Atemschutz mussten die Teilnehmenden eine durch das brennende Holz aufgeheizte Wohnung nach vermissten Personen sowie weiteren Gefahren durchsuchen. Der Brandrauch erschwerte die Sicht bei der Suche erheblich.
Positives Fazit der Verantwortlichen
Nach den Übungseinheiten zeigten sich alle Beteiligten sichtlich erschöpft, jedoch auch um einiges reicher an Erfahrung. Der Leiter der Feuerwehr Gangelt, Günter Paulzen, verschaffte sich persönlich einen Eindruck und zeigte sich erfreut über die hohe Qualität sowie die Motivation der Ausbilder. Während die Feuerwehrleute aus der Gemeinde Gangelt in den vergangenen Jahren stets unterschiedliche Realbrandausbildungsstätten aufgesucht hatten, brachte das Anreisen der mobilen Anlage nach Gangelt viele Vorteile mit sich. Vor allem das Areal auf dem Bauhof bot optimale Voraussetzungen für Infrastruktur und Logistik.
Günter Paulzen und Heiko Dreßen zeigten sich überzeugt, dass die Realbrandausbildung zur Sicherheit der Einsatzkräfte beiträgt, und baten die Teilnehmenden, das erlernte Wissen nun weiter in die jeweiligen Löscheinheiten zu tragen.
Quelle der Meldung: Feuerwehr Gangelt
