Am Samstag (10.10.2026) übten rund 160 Einsatzkräfte verschiedener Hilfsorganisationen in Dinslaken den gemeinsamen Katastrophenschutz.
Großübung der Hilfsorganisationen
Wie gut funktioniert die Kooperation, wenn zahlreiche Einsatzkräfte unterschiedlicher Verbände zeitgleich gefordert sind? Mit dieser Fragestellung befassten sich am 10. Oktober Hilfsorganisationen aus Dinslaken-Voerde-Hünxe und der Umgebung im Rahmen einer gemeinsamen Großübung. Etwa 160 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DLRG, DRK, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst und THW sowie 40 Verletztendarsteller beteiligten sich. Ebenfalls eingebunden war die Personenauskunftsstelle des Kreises Wesel. Der Schwerpunkt lag nicht auf einzelnen Einsatzlagen, sondern auf der Kooperation, speziell bei Kommunikation, Führungsstrukturen sowie der Informationsweitergabe.
„Für uns als DLRG steht natürlich die Wasserrettung im Mittelpunkt. In einer komplexen Einsatzlage endet unsere Aufgabe aber nicht bei der eigentlichen Rettung. Entscheidend ist, dass wir Informationen schnell weitergeben und unsere Maßnahmen mit den anderen Einsatzkräften abstimmen. Genau das kann man nur gemeinsam üben.“, resümierte Fabian Friese von der DLRG.
Turnus und Führung
Die Gemeinschaftsübung wird regelmäßig alle zwei Jahre durchgeführt. Nach einer Übung unter Federführung der DLRG im Jahr 2022 sowie einer vom THW geleiteten Übung 2024 lag die Verantwortung 2026 bei der Feuerwehr Dinslaken. Durch den Wechsel der Führung soll die Zusammenarbeit fortlaufend weiterentwickelt werden, wobei auch die verschiedenen Strukturen Teil des Trainings sind.
Janina Schmidt-Jakisch vom THW erklärte: „Jede Organisation hat ihre eigenen Strukturen und Stärken. Im Einsatz müssen diese unterschiedlichen Fähigkeiten aber zusammenpassen. Eine solche Übung gibt uns die Möglichkeit, genau diese Schnittstellen zu trainieren und auch voneinander zu lernen.“
Getestet wurden Führungs- und Kommunikationsstrukturen, Melde- und Informationswege sowie die Zusammenarbeit in verschiedenen Abschnitten unter möglichst realitätsnahen Bedingungen.
Vorbereitung und Auswertung
Die Vorbereitung bildete selbst einen zentralen Teil der Kooperation. Übungsleiter Bastian Schulte von der Feuerwehr Dinslaken führte aus: „Eine solche Übung lässt sich nicht kurzfristig organisieren. Rund eineinhalb Jahre hat ein Planungsteam an der Vorbereitung gearbeitet. Nach der Durchführung geht die Arbeit weiter: Die einzelnen Szenarien werden detailliert ausgewertet, Abläufe analysiert und Erfahrungen zusammengetragen.“
Als Beobachter verfolgten der stellvertretende Kreisbrandmeister Ulrich Borgmann für den Kreis Wesel sowie David Marten als Leiter der gastgebenden Feuerwehr Dinslaken die Übung. Beide zeigten sich von der Schlagkraft und Leistungsbereitschaft der Einheiten beeindruckt.
Einbindung des Bevölkerungsschutzes
Bestandteil war zudem die Arbeit der Personenauskunftsstelle des Kreises Wesel, welche Daten über Betroffene, Verletzte sowie Unverletzte im Schadensgebiet zusammenträgt. Dadurch wurde der Bevölkerungsschutz einbezogen, um Angehörigen bei größeren Einsatzlagen Auskunft über Vermisste zu geben. Die Übung gehört zu einer langfristigen Zusammenarbeit. Im Anschluss an den praktischen Teil ist eine gemeinsame Nachbesprechung vorgesehen, um die Erkenntnisse auszuwerten und weiter zu nutzen.
Quelle der Meldung: Feuerwehr Dinslaken
