Hannover: 2 Weltkriegsbomben entschärft, 17.500 evakuiert

NI Breaking News 4.10.2026 · 18:30
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Am Sonntag (04.10.2026) wurden in Hannover Misburg-Nord zwei Fliegerbomben erfolgreich entschärft. Rund 17.500 Menschen mussten evakuiert werden.

Am Sonntag wurden im Stadtteil Misburg-Nord zwei Kampfmittelverdachtspunkte erfolgreich erkundet und unschädlich gemacht. Insgesamt 707 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (KBD) waren im Einsatz.

Zwei Verdachtspunkte entdeckt

Im Rahmen einer geplanten Quartiersentwicklung im Steinbruchsfeld war auf dem Baufeld zunächst ein Verdachtspunkt festgestellt worden. Um weitere Belastungen frühzeitig zu erkennen und zusätzliche Evakuierungen zu vermeiden, veranlasste man eine erweiterte Auswertung historischer Luftbildaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg. Dabei wurde ein zweiter Punkt in der Kafkastraße festgestellt und gemeinsam untersucht. In Abstimmung mit dem KBD wurde ein Sicherheitsbereich mit 1.000 Metern Radius eingerichtet.

Evakuierung der Betroffenen

Rund 17.500 Betroffene verließen den Sicherheitsbereich. Um 14:01 Uhr meldeten die Räumkräfte Sicherheit und der KBD begann mit seiner Arbeit. Insgesamt wurden 528 Personen in Betreuungsstellen versorgt: 394 Bürger*innen suchten die Integrierte Gesamtschule Roderbruch auf und wurden dort durch Hilfsorganisationen betreut. Die übrigen stammten aus evakuierten Pflegeeinrichtungen und kamen in speziell vorbereitete Stellen. Für 83 mobilitätseingeschränkte Personen waren Krankentransporte erforderlich.

Da sich trotz der Vorab-Informationen sowie intensiver Kontroll- und Räumungsmaßnahmen noch Personen im Sicherheitsbereich aufhielten, mussten die Arbeiten des KBD zwischenzeitlich unterbrochen werden. Nach einer erneuten Überprüfung des Bereichs wurden die Arbeiten fortgesetzt.

Entschärfung der Fliegerbomben

Im Steinbruchsfeld bestätigte sich eine amerikanische 250-kg-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die erfolgreich entschärft wurde. In der Kafkastraße ergab die Erkundung eine amerikanische 500-kg-Fliegerbombe aus dem Weltkrieg, die ebenfalls vor Ort entschärft werden konnte. Um 17:48 Uhr wurde der Sicherheitsbereich aufgehoben und alle Betroffenen kehrten in ihre Wohnungen zurück. Beim Bürgertelefon gingen bis 18:00 Uhr rund 400 Anrufe ein.

Reaktionen der Verantwortlichen

Feuerwehrdezernent Dr. Axel von der Ohe machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und sagte: „Eine Kampfmittelbeseitigung betrifft immer viele Menschen und erfordert erhebliche Einschränkungen im Alltag. Umso mehr danke ich den Bürger*innen für ihre Geduld und ihre Bereitschaft, die notwendigen Maßnahmen mitzutragen. Die hohe Professionalität aller beteiligten Organisationen hat heute einmal mehr gezeigt, wie leistungsfähig der Bevölkerungsschutz in Hannover aufgestellt ist.“

Christoph Bahlmann, Direktor der Feuerwehr Hannover, erklärte nach Einsatzende: „Hinter einer erfolgreichen Kampfmittelbeseitigung steht weit mehr als die eigentliche Entschärfung. Die Räumung eines so großen Sicherheitsbereichs, die Betreuung der Betroffenen und die Kontrolle aller Gebäude sind eine enorme logistische Herausforderung. Mein Dank gilt den über 700 Einsatzkräften, von denen viele ehrenamtlich tätig sind und heute ihren freien Sonntag in den Dienst der Sicherheit der Hannoveraner*innen gestellt haben.“

Quelle der Meldung: Feuerwehr Hannover

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  Redaktion       4 Oktober, 2026 18:30